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Kindertagesstättenbedarfsplan geht von zu geringer Nachfrage aus

Veröffentlicht am 27.01.2010 in Fraktion

In einer Klausurtagung hat sich die SPD- Fraktion im Westerwälder Kreistag kritisch mit den Vorgaben des neuen Kindertagesstättenbedarfsplans 2010/2011 auseinander gesetzt.

Die Annahme, dass nur für 50 % der 2- bis 3jährigen Betreuungsbedarf besteht, greift nach Ansicht von Marlene Hericks, SPD- Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreistages, angesichts des ab August 2010 geltenden Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz für alle ab dem 2. Lebensjahr deutlich zu kurz. Nicht zuletzt die zum gleichen Zeitpunkt in Kraft tretende Beitragsfreiheit für die Kinder ab 2 Jahren werde die Nachfrage voraussichtlich verstärken.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bettina Deimling- Isack sieht die gleiche Problematik bei der Ausweisung von Ganztagsplätzen. Auch hier werde der voraussichtliche Bedarf im Plan zu niedrig angesetzt. Gerade berufstätige Alleinerziehende benötigten einen Betreuungsplatz in der Nähe zur Wohnung oder zum Arbeitsplatz. Dies werde in der Planung zu wenig berücksichtigt.

Angesichts der jetzt schon zu kurz greifenden Planzahlen befürchtet die Fraktionsvorsitzende Tanja Machalet, dass sich die Situation ab dem Jahr 2013 zusätzlich verschärfen wird. Ab dann gilt der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz bereits ab dem 1. Lebensjahr.
Aufschluss über den tatsächlichen Bedarf erhofft sich Machalet von einer Umfrage, die der Kreiselternausschuss derzeit bei allen Einrichtungen im Kreis initiiere. Die Umfrage wird von der SPD- Kreistagsfraktion unterstützt.

Die Fraktion beschloss, in den zuständigen Gremien auf die erforderlichen Nachbesserungen in der Bedarfsplanung zügig hinzuwirken.

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