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Aus der "Siegener Zeitung": SPD-Fraktionschef Hering auf dem Stegskopf

Veröffentlicht am 02.10.2012 in Kommunales

Immer neue Besucher: Am Montag war Hendrik Hering, SPD-Fraktionschef im Mainzer Landtag, auf dem Stegskopf. Dabei ging es um die Zukunft des Geländes - die Bundeswehr zieht 2015 ab. Ob hier auch Windkraftanlagen entstehen könnten, sei noch nicht entschieden, sagte Hering.
Wenn es ein Wort gab, das gestern Nachmittag bei einem Termin auf dem Truppenübungsplatz geradezu inflationär benutzt wurde - noch dazu von ein und derselben Person -, dann war es "Dreiklang". Das könnte man jetzt vernachlässigen, hätte der "Verursacher" nicht zu den führenden Köpfen der Landespolitik in Mainz gehört. Hendrik Hering, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag, war auf den Stegskopf gekommen, um sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten der künftigen Nutzung zu machen.

Und er ließ keinen Zweifel daran, was er persönlich auf dem 2000 Hektar großen Areal für sinnvoll hält: Naturschutz, gewerbliche Nutzung - und erneuerbare Energien in Form von Windkraft. Ein Dreiklang eben.
Keine Unterschutzstellung
Passend dazu liegt der Siegener Zeitung eine Notiz aus der Mainzer Staatskanzlei vor. Demnach streben alle drei beteiligten Ministerien (Wirtschaft, Umwelt und Inneres) eine "noch näher zu definierende Mischnutzung aus Naturschutz, erneuerbaren Energien und Gewerbe" ab 2015 an. Auch wird zum jetzigen Zeitpunkt eine Unterschutzstellung des Geländes für "nicht nötig" erachtet, da zunächst keine schwerwiegenden Eingriffe in die Natur zu befürchten seien. Die SGD Nord wird demnach das Verfahren auch nicht weiter betreiben.
Blick in die Windräder
Bei seinem Besuch wurde Hering u. a. von der Bundestagsabgeordneten Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL Thorsten Wehner und dem SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen begleitet, mit dabei war ebenfalls Daadens Bürgermeister Wolfgang Schneider. Empfangen wurde die Gruppe von Hauptmann Andreas Becker, dem Leiter des Truppenübungsplatzes, der eine kleine Rundfahrt organisiert hatte. Dabei konnten sich die Gäste auch einen Eindruck darüber verschaffen, welche Hallen und Gebäude eventuell weiter genutzt werden könnten. Und fast schon symbolisch mutete der erste Halt am Höllenkopf an. Von der Höhe aus genossen die Sozialdemokraten die herrliche Weitsicht bis ins Siebengebirge, wobei der Blick zunächst an den Windrädern in Weitefeld und Langenbach hängen blieb.
In wenigen Jahren schon keine Subventionen mehr
Der Westerwälder Hendrik Hering erinnerte nicht nur an die immense Größe des Truppenübungsplatzes, sondern verwies auch darauf, dass man es hier mit einem Standort zu tun habe, wo der Wind extrem stark und regelmäßig wehe. Das bedeute: Würde man hier die Windkraft nutzen, könne so viel Energie produziert werden, dass schon in wenigen Jahren keine Subventionen bzw. Vergütungen mehr nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz fällig würden, der Staat somit bares Geld spare. Zugleich könnten mit der Windkraft Maßnahmen des Naturschutzes finanziert werden, sogar ein Natur- und Kulturzentrum. Den Naturschutz nur mit öffentlichen Mitteln zu finanzieren, sieht der Fraktionsvorsitzende nicht als ideale Lösung.
"Nichts ist entschieden"
Hering verwahrte sich zugleich gegen den Eindruck, dass in Sachen Stegskopf die Würfel schon gefallen sind. Zuletzt hatte der BUND "siegesgewiss" verkündet, dass aufgrund der nachgewiesenen Vogelarten der Bau von Windkraftanlagen auf dem Stegskopf ausscheidet. "Nicht ist entschieden", betonte der Landespolitiker. Man wisse um die sensiblen Flächen, allerdings sollte erst eine genaue Prüfung abgewartet werden. Er glaube, so Hering, dass ein "Dreiklang" auch der Wunsch eines Großteils der Bevölkerung in der Region sei - da wollte Bürgermeister Schneider nicht widersprechen. So wie 1958, als die Bundeswehr den Stegskopf übernommen habe, der Sicherheitsgedanke Vorrang gehabt habe, sollte auch die künftige Nutzung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Windkraft auf dem Stegskopf habe den Vorzug, "dass ich nicht in die große Fläche gehen muss", sagte Schneider. Er ging jedenfalls durchaus optimistisch aus diesem Termin heraus: "Wenn es gelingt, aus diesen vernünftigen Vorschlägen heraus auch den Umweltschutz zu stärken, hätte man damit allen einen Gefallen getan."

Homepage Hendrik Hering, Ihr Abgeordneter für den Westerwald

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