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Frühkindliche Bildung braucht Personal

Veröffentlicht am 11.02.2011 in Landespolitik

Aus der "Westerwälder Zeitung": Wahlkampf Ministerin Doris Ahnen sprach in Bad Marienberg mit Erziehungs- experten

Die Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz, besonders auch im frühkindlichen Bereich, ist enorm in Bewegung geraten – Stichworte sind die Ganztagsschule und der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Unterdreijährige. Doch es läuft nicht alles rund. Gegenwärtig wächst vor allem in den Kindertagesstätten der Unmut. Erzieherinnen und Eltern sind unzufrieden mit der Personalausstattung. Deutlich formulieren sie ihre Kritik am Jugendamt des Westerwaldkreises.

(Text: Elmar Hering, Foto Röder-Moldenhauer)

orgegebene Standards würden nur zu einem Minimum erfüllt, worunter gerade die Arbeit mit kleineren Kindern leide. Mit dieser Frustration, zu der sich das Gefühl der Hilflosigkeit geselle, konfrontierten mehrere Erzieherinnen die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen bei einem SPD-Wahlkampftermin im Jugendgästehaus Bad Marienberg - wohl wissend, dass nicht das Land, sondern der Kreis die entscheidenden Hebel in der Hand hält.

„Natürlich wissen wir, dass der Kreis kein Geld hat“, sagt zum Beispiel Bettina Dreiseitel, Leiterin des Kindergartens in Rehe, „aber es kann doch nicht sein, dass die Kinder das ausbaden müssen.“ Unter den jetzigen Bedingungen sei es dem Team manchmal nicht möglich, Urlaubs-, Krankheits- oder Fortbildungstage einer Kollegin auszugleichen. Auch Marco Hof, Elternsprecher im Hachenburger Kinderhaus, kennt die brenzlige Lage. Gerade an einem Konsultationskindergarten wie in Hachenburg, an dem auswärtige Erzieherinnen beispielhaft die positiven Möglichkeiten ihres Berufs in konzentrierter Form kennenlernen sollen, seien solche Personaldefizite nicht hinzunehmen. Hof: „Wir als Eltern überlegen derzeit, was wir dagegen tun können.“

Ministerin Ahnen, die von ihrem Kollegen Hendrik Hering begleitet wurde, sagte den mehr als 100 Zuhörern, das Land könne nur die Rahmenbedingungen schaffen. Ein frühzeitig ansetzendes, durchlässiges und kostenfreies Bildungssystem sei nach sozialdemokratischem Verständnis der wichtigste Schritt zu möglichst umfassender Chancengleichheit. In diesem Sinne habe das Land sehr viel erreicht, habe seine Versprechungen aus dem Jahr 2006 gehalten. Die vielen Millionen Euro, die das Land etwa in die schrittweise Einführung der Beitragsfreiheit im Kindergarten oder in die Schulbuchausleihe investiert habe, seien das Idealbild zielgerichteter Familienförderung.

Sehr aufmerksam verfolgte das Publikum die Ausführungen der Mainzer Ministerin. Kommunalpolitiker, Lehrer, Erzieherinnen und Eltern erfuhren so, dass es inzwischen schon 36 Ganztagsschulen im Westerwaldkreis gibt (ab kommendem Schuljahr 600 in ganz Rheinland-Pfalz). Diese enorme Nachfrage sei vor wenigen Jahren noch nicht abzusehen gewesen, meinte Ahnen. Das Ausbauprogramm für Kindertagesstätten haben das Platzangebot für unter Dreijährige von 5 auf 30 Prozent gesteigert, allerdings bleibe der Westerwaldkreis in diesem Punkt noch ein wenig hinter dem Landesdurchschnitt zurück.

Homepage Hendrik Hering, Ihr Abgeordneter für den Westerwald

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