Die vergangene Woche war mit einer Vielzahl von Terminen vollgestopft und so tagte direkt montags neben dem Landesbeirat für Weiterbildung - hier ging es schwerpunktmäßig um Bürgerbeteiligung und Alphabetisierung - am Nachmittag der Kreisausschuss. Hier könnten wir uns den neuen Einsatzleitwagen der Feuerwehr ansehen, mit dem in einem Katastrophenfall die Kommunikation der Rettungskräfte gesteuert werden kann. Ausserdem ging es um weitere Bauprojekte und Personalangelegenheiten.
Damit kommen wir auch schon zum Thema Männer, Frauen und die Politik:
Ich habe (mal wieder) am eigenen Leib festgestellt, dass ein Hindernis für Frauen, sich politisch zu engagieren, die frauenunfreundlichen Sitzungszeiten sind, auch wenn Frau alles versucht, es zu organisieren.
Nach der Kreisausschusssitzung stand ein Gespräch der Fraktionsvorsitzenden mit dem Landrat an. Die Kreisausschusssitzung hat dann deutlich länger gedauert als geplant, weil sich die Herren an technischen Details festgebissen hatten. Das führte dazu, dass ich mich vor dem Gespräch mit dem Landrat verabschieden musste, weil ich versprochen hatte, unseren Sohn abzuholen. Mein Mann konnte aus dienstlichen Gründen nicht früher da sein. So tagten dann die Herren Fraktionsvorsitzenden ohne mich, denn sie haben alle entweder keine minderjährigen Kinder, oder Frauen, die ihnen den Rücken frei halten.... Da muss sich dringend was ändern!Der Dienstag entschädigte jedoch deutlich für den Ärger des vorangegangenen Abends: In Rheinböllen durfte ich der Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Plakette an Inge Kerz aus Ötzingen beiwohnen, die diese Auszeichnung hochverdient für ihr langjähriges kommunalpolitisches Engagement erhielt. Durch ihre Tätigkeit in der SPD und insbesondere als Mitglied des Kreistags hat sie in den vergangenen Jahrzehnten die politische Landschaft hier mit großem persönlichen Einsatz mitgestaltet und dafür möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken.
Am Mittwoch führte mich mein Weg nach Koblenz zum World-Café der Schüler/innen der Julius-Wegeler-Schule. Hier diskutierten mehrere Schulklassen in angenehmer Atmosphäre Herausforderungen des demografischen Wandels, Lösungsansätze und Chancen. Die Professionalität, mit der dieses Thema bearbeitet und auch die ganze Veranstaltung durchgeführt wurde, war schon beeindruckend. Nochmal auch hier herzlicher Dank für so viel Engagement!
Nachmittags traf sich in Mainz der Arbeitskreis für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und direkt im Anschluss machte ich mich auf zum Gespräch mit dem Vorstand der ELAG (Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz e.V.). Deren Angebot beschränkt sich nicht nur auf religiöse Themen, sondern ist wahnsinnig vielfältig. Unter anderem berät sie auch zum Thema Bürgerbeteiligung bei Windkraftprojekten, koordiniert die Netzwerke zur Alphabetisierung u.v.m. Ich war besonders froh darüber, dass ich über leichte finanzielle Verbesserungen für die Weiterbildung in Rheinland-Pfalz im kommenden Doppelhaushalt informieren konnte.
Der Tag endete mit der Mitgliederversammlung des SPD-Gemeindeverbandes Montabaur. Hier wurde die Verbandsgemeinderatsliste aufgestellt. Ein langwieriges Prozedere, aber das muss ja sein. Leider ist aber festzustellen, dass die Liste doch sehr männerlastig ist... Schade, dass sich nicht mehr Frauen bereit erklärt haben, zu kandidieren, aber ein Grund dafür ist sicher die Problematik, die ich oben schon ausgeführt habe...
Am Donnerstag nahm ich an einer Sitzung teil, bei der es um ein sehr zukunftsweisendes Thema ging. Hier saßen ca. 40 Männern ganze 4 Frauen gegenüber... Ihr könnt gerne raten, um was für eine Sitzung es sich gehandelt haben könnte ;-).
Später durfte ich meinen Kollegen Marcel Hürter im Rechtsausschuss vertreten und zum Abschluss des Tages habe ich meine Fraktion bei den Feierlichkeiten zum Reformationstag in der Lutherkirche Wiesbaden vertreten. Der Regisseur und Produzent Nico Hofmann ("Unsere Mütter, unsere Väter") hielt einen sehr spannenden Vortrag unter dem Titel "Deutsche Geschichte- deutsche Identität. Zur Rolle der Medien bei der Suche nach einer neuen Wahrhaftigkeit."
Zuhause auf dem Sofa habe ich mich dann beim Facebook-Stöbern noch richtig aufgeregt. Kann es tatsächlich sein, dass ein Mann da schreibt, dass er eine Abgeordnete bei der Bundestagswahl nicht gewählt hätte, wenn er gewusst hätte, dass sie schwanger ist???? Wo leben wir denn eigentlich? Da fehlen mir echt die Worte... Aber ich befürchte, dass es immer noch genügend Leute gibt, die ähnlich denken! Politik als mütterfreie Zone...
Versöhnlich war dann der Freitag. Abends hatte ich meinen Ortsverein zu Gast und wir haben intensiv über den anstehenden Mitgliederentscheid diskutiert. Am 8. Dezemeber wollen wir dazu ein öffentliches Politfrühstück veranstalten... Ich bin sehr gespannt, was bis dahin ausgehandelt wurde!
So, und nach einem sehr netten Essen am Samstag mit Freunden und einem Kinobesuch mit den Kids eben, mache ich mich jetzt ans Kochen und werfe keinen Blick mehr auf meinen übervollen Terminkalender in der nächsten Woche!