SPD Rennerod

Mit Erfahrung Zukunft gestalten

Besucher

Besucher:956437
Heute:22
Online:10

Millionengrab „Stöffelpark“ - SPD lehnt Mithaftung aller Westerwälder Gemeinden ab

Veröffentlicht am 29.11.2012 in Pressemitteilung

Alpenrod. In einer Klausurtagung beschäftigte sich die SPD -Kreistagsfraktion zum wiederholten Male mit dem finanziellen Desaster am „Stöffelpark“.

Dort wurden vom Zweckverband in den letzten Jahren rd. 7 Millionen Euro verausgabt, von denen allerdings nur 3,4 Millionen durch Zuschüsse und Eigenmittel gedeckt sind. Der Verband besteht aus der Verbandsgemeinde Westerburg, dem Westerwaldkreis und den Ortsgemeinden Enspel, Stockum-Püschen und Nistertal.

 

2009 wurde der Haushaltsplan des Zweckverbandes von der zuständigen Aufsichtsbehörde nicht mehr genehmigt. Seitdem sind nach Wissen der SPD-Kreistagsfraktion auch keine neuen Pläne mehr aufgestellt worden. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Klöckner mutmaßt, dass man im Zweckverband davon ausging, es würde reichen, nichts außer den jeweiligen jährlichen Mitgliedsbeiträgen in Höhe von rd. 7.500 Euro pro Mitglied zu zahlen, und man gleichzeitig darauf hoffte, dass das Land Rheinland-Pfalz und die basaltabbauenden Firmen irgendwann die immer größer werdende Deckungslücke durch Zahlungen stopfen würden.

 

Dazu sagt die Fraktionsvorsitzende Dr. Tanja Machalet, dass es aber keine Überraschung für die Akteure am Stöffel hätte sein dürfen, dass das Land keinen weiteren Zuschuss gewähren würde. „Dies wäre eine sogenannte Doppelförderung, die verboten ist.“ Besonders unglaublich ist allerdings für Machalet, dass bis dahin mit den basaltabbauenden Firmen, von denen man ebenfalls einen Zuschuss in Millionenhöhe erwartete, noch nicht einmal gesprochen worden sei. Für die von dort in Aussicht gestellten Mittel in Höhe von ca. 500.000 Euro gäbe es zudem bis heute keine schriftliche Zusage.

 

Die Misere baden nach Informationen der SPD-Fraktion derzeit die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Westerburg aus. Die fehlenden Millionen würden aus der Einheitskasse der Verbandsgemeinde vorgestreckt, so Machalet.

 

Ungeachtet der aus dem Verhalten der Verbandsmitglieder entstehenden rechtlichen Konsequenzen sollen nun nach dem Willen der CDU-Fraktion alle Westerwälder Kommunen über den durch Kreisumlage finanzierten Kreishaushalt eine über die Zahlungsverpflichtungen des Kreises nach der Verbandsordnung hinausgehende zusätzliche „Spende“ von über 1 Million Euro zahlen.

 

„Dies ist das falsche Signal.“, so Peter Klöckner, denn dadurch werde das zumindest grob fahrlässige Verhalten des Verbandes vorbei an einer Vielzahl von Rechtsvorschriften noch belohnt und letztlich jede andere Westerwälder Gemeinde, die sich „brav“ in der Rechtsordnung bewege, bestraft.

 

Rund 6 Millionen nimmt der Kreis im nächsten Jahr aufgrund guter Rahmendaten über die Kreisumlage mehr ein. Das wäre nach Ansicht von Peter Klöckner eine schöne Gelegenheit gewesen, die Umlage für die Gemeinden zu senken, da diese etwas mehr finanziellen Spielraum dringend nötig hätten. „Stattdessen nutzt man das Geld, um das grobe Fehlverhalten des Zweckverbandes noch zu belohnen.“

 

Nach Ansicht der SPD-Fraktion ist es die Aufgabe aller Zweckverbandsmitglieder, die selbst verschuldete Misere auch selbst zu lösen und zwar im Verhältnis ihrer Beteiligung am Verband. Mit einer Sonderzahlung, wie von der Verbandsgemeinde Westerburg angekündigt, dem regulären Zuschuss in Höhe von 720.000 Euro des Kreises – statt wie von der CDU gewünscht von 1,6 Millionen Euro – und den freiwillig angebotenen Zuschüssen der Zweckverbandsgemeinden fehlten dann noch rund 900.000 Euro zur Deckung der Lücke. Vielleicht könnten die sogar auch von den beteiligten drei Ortsgemeinden gezahlt werden, überlegt Tanja Machalet, zumal eine der Gemeinden nach Information der SPD-Kreistagsfraktion über ein Rücklagenpolster von rd. 1 Million Euro verfüge. Das derzeitige Zinsniveau könne dann noch helfen, dass das Finanzabenteuer „Stöffel“ für die Verursacher sogar noch glimpflich enden könne.

 

Machalet betont abschließend: „Die SPD ist dann bereit, wenn endlich eine finanzierbare und sinnvolle Neukonzeption zum Betrieb des Stöffelparks vorliegt, diese auch zu unterstützen.“ Denn grundsätzlich stehe man der Idee, die ursprünglich hinter der Einrichtung des Parks stand, positiv gegenüber. Bis dahin müssten die Altlasten aber allein von den Verursachern getragen werden.

 

Die SPD-Fraktion hat daher für die nächste Kreistagssitzung einen eigenen Tagesordnungspunkt zur Aussprache über das „Stöffel-Desaster“ beantragt.

Homepage Dr. Tanja Machalet, MdL für den Wahlkreis 6 (Montabaur)

Mitglied werden!

Mitglied werden!

Newsticker

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de