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Schlaganfall – Risiken sind bei Mann und Frau verschieden!

Veröffentlicht am 11.05.2012 in Gesundheit

Am 10. Mai war der „Tag des Schlaganfalls“. Die CDU/CSU/FDP-Regierung wird der Anforderung, unsere Gesundheitspolitik an eine Gesellschaft des langen Lebens anzupassen, nicht gerecht.

Gerade die Präventionsstrategie von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zeigt, dass die Bundesregierung ein geschlechtergerechtes Gesundheitswesen mit zielgruppenorientierten Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen für alle gar nicht anstrebt.
Das gilt auch für die Schlaganfall-Prävention. Frauen und Männer sind unterschiedlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Wer wie die CDU/CSU-Fraktion Prävention in erster Linie als eigenverantwortliche Aufgabe des Individuums sieht und ansonsten Prävention nur im Betrieb fördern will, trägt nicht zu einer geschlechtergerechten Gesundheitsvorsorge bei.
Frauen werden diskriminiert, da sie durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement weniger erreicht werden als Männer. Die Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen ist schließlich immer noch ungleich. Zudem sind viele Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen wie zum Beispiel in privaten Haushalten als Minijobberinnen tätig. Betriebliche Aufklärungsmaßnahmen erreichen Frauen daher gar nicht im gleichen Maße.
Wer aber gleiche Gesundheitschancen für Männer und Frauen, wer eine geschlechtergerechte Prävention und Versorgungsqualität will, muss im unmittelbaren Lebensumfeld der Frauen mit der Verhaltens- und vor allem der Verhältnisprävention ansetzen. Schlaganfall-Aufklärung für Frauen wird immer wichtiger.
Der Schlaganfall ist bundesweit die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Obgleich Frauen nach einem Schlaganfall sehr viel häufiger dauerhaft pflegebedürftig werden, können sie ihre individuellen risikofördernden oder risiko-minimierenden Faktoren für einen Schlaganfall sehr viel weniger identifizieren als Männer. Diese mangelnden Kenntnisse führen dazu, dass sie ihren angewöhnten Lebensstil nicht entsprechend ändern. Aufklärung für Frauen zur Vorbeugung von Schlaganfällen ist daher besonders wichtig.
Dies gilt insbesondere für behandelbare Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und Alkohol. Auch die Einnahme der Antibabypille erhöht das Schlaganfallrisiko. Demografie macht Schlaganfall "weiblicher". Für die nächsten 40 Jahre ist davon auszugehen, dass mit dem demografischen Wandel die Zahl der Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten ansteigt. Schätzungen für die Zukunft gehen angesichts der erwarteten längeren Lebensdauer von Frauen von einem Anstieg schlaganfallbetroffener Frauen von 30 Prozent aus.
Die Folgen eines Schlaganfalls sind für Frauen oftmals härter als für Männer. Ihre Überlebensprognose ist schlechter, sie werden nach einem Schlaganfall häufiger zum Pflegefall. Ärztinnen und Ärzte beobachten immer wieder, dass Frauen später in die Klinik kommen als Männer. Dabei ist es für die langfristigen Folgen ausschlaggebend, wie schnell eine
Patientin, ein Patient - am besten in einer speziellen Schlaganfall-Abteilung, der sogenannten Stroke-Unit - nach einem Schlaganfall behandelt werden kann. Eine mögliche Erklärung ist, dass sie sich eher scheuen, den Notruf 112 zu tätigen oder niemandem "zur Last fallen" möchten. Jede Minute zählt aber.
Eine andere Erklärung ist, dass Frauen den Schlaganfall anders als Männer empfinden, sie oder ihre Angehörigen die Zeichen somit nicht richtig deuten. Für Frauen kann die Aufklärung über die Symptome des Schlaganfalls daher lebenswichtig sein.

Homepage Sabine Bätzing-Lichtenthäler – Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Betzdorf/Kirchen und Staatsministerin in Rheinland-Pfalz

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