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Wenn die Wohnungssuche zum Horror wird: Alleinerziehende sind oft unerwünscht

Veröffentlicht am 17.05.2016 in Pressemitteilung

Montabaur. Wenn die Beziehung gescheitert ist und ein Elternteil allein mit den Kindern dasteht, fangen die größten Probleme häufig erst an. Alleinerziehende sind von Armut bedroht, sie müssen Arbeit und Kinderbetreuung irgendwie unter einen Hut bringen, und oft kommen noch Probleme bei der Wohnungssuche hinzu. 

Den vollständigen Bericht der Westerwälder Zeitung finden Sie unten oder unter

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/westerwald_artikel,-Wenn-die-Wohnungssuche-zum-Horror-wird-Alleinerziehende-sind-oft-unerwuenscht-_arid,1486666.html

Im Westerwaldkreis gibt es allein 825 Bedarfsgemeinschaften von Alleinerziehenden mit ihren Kindern, die Arbeitslosengeld II beziehen. 1400 Minderjährige leben hier mit nur einem Elternteil zusammen. Meist handelt es sich um die Mutter. Alleinerziehenden Eltern und ihren Kindern zu helfen, ist ein Ziel der neuen "Initiative für Alleinerziehende", die auf Anregung der Landtagsabgeordneten Tanja Machalet ins Leben gerufen wurde. Die offizielle Vorstellung des Netzwerks unmittelbar vor dem Pfingstwochenende war kein Zufall, denn am Sonntag wurde in vielen Ländern der Internationale Tag der Familie gefeiert. "Und für uns sind auch Alleinerziehende Familie", betonte Tanja Machalet. Ein erstes Ziel des Netzwerks ist es, diese finanziell oft angeschlagenen Familien bei der Wohnraumsuche zu unterstützen. Mit welchen Schwierigkeiten alleinerziehende Eltern zu kämpfen haben, machten betroffene Frauen deutlich. Eine dreifache Mutter (39) aus Montabaur etwa verlor zunächst ihre Arbeitsstelle und dann ihre Wohnung. Sie sei als Verkäuferin beschäftigt gewesen. Ihr Arbeitgeber habe sie aber durch eine zeitlich flexiblere Kraft ersetzt. Mit drei Kindern sei es für sie nicht möglich, bis in die Abendstunden zu arbeiten, weil dann die Schulen und Kindergärten schon geschlossen sind, berichtete die Frau. Als ihr dann wegen Eigenbedarf auch noch die Mietwohnung gekündigt wurde, habe es ihr den Boden unter den Füßen weggezogen. Am Ende einer monatelangen Suche habe sie schließlich wieder eine Wohnung in der Kreisstadt gefunden ­ "aber nur über Beziehungen", so die Frau. Der Vermieter habe zum Glück Verständnis und ein Herz für Familien mit Kindern gehabt. Doch das sei leider eine Seltenheit. Viele Vermieter melden sich gar nicht mehr, wenn sie die Worte "alleinerziehend" und "Hartz IV" hören, klagten die betroffenen Frauen. Noch schlimmer als die finanzielle Not seien der mangelnde Respekt und die Vorurteile. Dabei macht es auch der Gesetzgeber den Alleinerziehenden nicht leicht. Denn die Betroffenen müssen aus organisatorischen Gründen eigentlich in einer größeren Gemeinde wohnen, in der es eine Schule, einen Kindergarten und Einkaufsmöglichkeiten gibt. Doch in solchen Orten sind die Kosten oftmals höher, weshalb das Jobcenter bei einer teuren Miete prüft, ob ein Umzug in eine günstigere Wohnung zumutbar ist.

Die Behörde könne keine absolute Zahl für die maximale Höhe der Miete bei Langzeitarbeitslosen nennen, machte Marion Krätz vom Jobcenter Westerwald deutlich. Es müsse in jedem Einzelfall nachgeschaut werden, ob die Übernahme einer höheren Miete gerechtfertigt ist. Für den Westerwald seien je nach Wohnort normalerweise zwischen 3,61 und 5,64 Euro pro Quadratmeter angemessen, erklärte die Expertin. Am teuersten ist das Wohnen in der Kreisstadt Montabaur. Aber Tanja Machalet zeigte dennoch Verständnis für den Wunsch der Frauen, in einer Stadt zu leben. "Ohne jemandem zu nahe zu treten, kann man sagen, dass das Wohnen in einem Dorf wie Kundert womöglich günstig ist, aber dort gibt es einfach nicht die Infrastruktur, die Alleinerziehende brauchen", so die SPDLandtagsabgeordnete. In Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises wurde nun als eine erste Maßnahme eine Postkarte erarbeitet, die in öffentlichen Stellen ausgelegt wird. Vermieter sollen mit dieser Karte für die Nöte von Alleinerziehenden bei der Wohnungssuche sensibilisiert werden. Sie können die Karte ausgefüllt an die Initiative zurückschicken, wenn sie Mietwohnungen für Alleinerziehende anbieten wollen. Es ist ein erster Schritt. Weitere Projekte der Initiative sollen folgen.

Homepage Dr. Tanja Machalet, MdL für den Wahlkreis 6 (Montabaur)

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