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Zum Beginn der Legislaturperiode: Becks Mann für heikle Aufgaben

Veröffentlicht am 18.05.2011 in Landespolitik

Aus der Allgemeinen Zeitung v. 12.5. von Markus Lachman

Wirtschaftsminister Hendrik Hering wechselt an die Spitze der SPD-Fraktion

Etwas wehmütig verlässt Hendrik Hering dieser Tage das Wirtschaftsministerium. Fünf Jahre lenkte er dort die Geschicke, nun macht er einer Grünen-Politikerin Platz. Doch der 47-Jährige freut sich auf seine neue Aufgabe - als Chef der 42 Abgeordneten starken SPD-Fraktion im Landtag. Mit Spannung dürfte zu beobachten sein, wie er sich gegen die so angriffslustige wie eloquente CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner und den jungen Grünen Daniel Köbler schlägt.

In dem Superministerium für Verkehr und Wirtschaft genießt Hering einen guten Ruf - er gilt als fleißig, arbeitet sich rasch in Fachgebiete ein. „Man könnte ihn überall als Abteilungsleiter einsetzen“, heißt es anerkennend. Im Ministerium wird auf Umfragen verwiesen, nach denen der Landesregierung eine hohe Wirtschaftskompentenz beigemessen werde. Hering habe sich intensiv um Landwirtschaft und Mittelstand gekümmert.

Dass der unaufgeregt wirkende Jurist auch heikle Missionen geräuschlos bewältigt, hat er mit der Umstrukturierung des Nürburgrings gezeigt. Er dürfte nicht traurig sein, die Verantwortlichkeit dafür abzugeben.

Zusammen mit dem desgnierten Innenminister Roger Lewentz, der sein Schwager ist, zählt der passionierte Marathonläufer zu den möglichen Nachfolgern von Ministerpräsident Kurt Beck. „Wenn er Erfolg hat, dann läuft es eher auf ihn zu“, meint ein SPD-Landtagsabgeordneter. Hering, dessen Großvater Winzer war, kommt aus Hachenburg im Westerwald. Mit 25 wurde er dort Stadtbürgermeister, übte das Amt zwölf Jahre lang aus. Neun Jahre arbeitete er als Anwalt, 1996 zog er in den Landtag ein. Der 47-Jährige kann „Kommunikation organisieren“, sagen Genossen über ihn. Er lege Wert auf den Konsens, darin ähnele er Beck.

Größtes Manko bleibt der etwas hölzerne Auftritt. Nur wenige können sich den Juristen als Einpeitscher im Bierzelt vorstellen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass er auch schon mal einen Sprachcoach bemüht hat. Hering geht damit offen um - ein überzeugender Auftritt und rhetorische Brillanz ersetze eben nicht inhaltliche Substanz, lautet sein Credo.

Hering wünscht sich eine Fraktion, die „wahrnehmbar“ ist, thematische Schwerpunkte setzt, etwa bei der ländlichen Entwicklung. Und er möchte, dass wieder mehr diskutiert wird, auch in der Partei, wie er sagt. Rot-Grün traut er zu, über die fünf Jahre hinaus Bestand zu haben. „Das bedeutet, dem Koalitionspartner auch einmal Erfolge zu gönnen.“

Homepage Hendrik Hering, Ihr Abgeordneter für den Westerwald

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