SPD Rennerod

Mit Erfahrung Zukunft gestalten

Besucher

Besucher:956437
Heute:116
Online:2

Pirateriebekämpfung – Erfolge aufs Spiel gesetzt!

Veröffentlicht am 20.04.2012 in Internationales

Die beschlossene Erweiterung des bisherigen Bundes-wehreinsatzes vor der Küste Somalias auf mögliche Operationen gegen Einrichtungen der Piraten in Küstennähe ist eine Scheinlösung. Sie birgt zudem zahlreiche Risiken für Soldaten und Zivilisten. Die bislang praktizierte Pirateriebekämpfung auf See hat zu einem sichtbaren Rückgang der Erfolgsquote der Piraten geführt.

Diese positive Entwicklung setzt die Bundesregierung aufs Spiel. Die Behauptung, es handele sich lediglich um eine Erweiterung der bislang auf See praktizierten Handlungsoptionen, stellt eine Verschleierung der tatsächlichen Veränderung des Mandatscharakters dar.
Unsere Bundestagsfraktion steht nach wie vor zur Pirateriebekämpfung auf See und hat der Verlängerung des Bundestagsmandats im Dezember 2011 nahezu einstimmig zugestimmt. Mit dem jetzt vorgelegten Mandat nimmt die Bundesregierung jedoch bewusst eine Gefährdung des breiten parlamentarischen Konsenses in Kauf. Das bedauern wir.
Die im Mandat vorgesehene Beschränkung auf Einsätze aus der Luft und bis zu einer maximalen Tiefe von 2.000 Metern ins Landesinnere wird auf Dauer keinen nennenswerten Vorteil in der Pirateriebekämpfung erbringen. Es ist davon auszugehen, dass die Piraten und ihre Hintermänner ihre Logistik sehr schnell außerhalb dieser Einsatzzone bringen werden.
Konsequenterweise müssten dann als nächstes der Einsatzbereich vergrößert oder Operationen auch auf Land ermöglicht werden. Außerdem ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass die Piraten mithilfe sogenannter "menschlicher Schutzschilde" militärische Operationen zu erschweren versuchen.
Zivile Opfer und das Risiko einer "mission creep", das immer tiefere "hineingezogen werden" in eine asymmetrische Auseinandersetzung mit den Piraten, sind leider nicht auszuschließen. Man wird den Verdacht nicht los, dass die Bundesregierung, insbesondere in Person ihres Außenministers, sich diesmal als besonders treuer und zuverlässiger Bündnispartner exponieren möchte.
Dabei handelt es sich offenbar immer noch um eine Art Kompensation der "Libyen-Enthaltung" vom vergangenen Jahr, als Deutschland sich mit seiner Stimmenthaltung im Sicherheitsrat international weitgehend isolierte.
Die Pirateriebekämpfung darf nicht auf militärische Maßnahmen reduziert werden. Ein umfassender politischer und wirtschaftlicher Ansatz, der insbesondere die Strukturen im Blick hat, die das Agieren der Piraten erst ermöglichen, ist unabdingbar.
Hier wäre ein verstärktes Engagement der Bundes-regierung wünschenswert, statt einer risikobehafteten Ausdehnung des militärischen Engagements.

Homepage Sabine Bätzing-Lichtenthäler – Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Betzdorf/Kirchen und Staatsministerin in Rheinland-Pfalz

Mitglied werden!

Mitglied werden!

Newsticker

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

17.06.2026 12:19 Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger
Politisch-ideologischer Nachhilfeunterricht ist nicht nötig Das vom EU-Parlament beschlossene Verbot für Fleischbezeichnungen wie ‚Veggie-Speck‘ oder ‚Veggie-Hühnchen‘ ist falsch und wird Verbraucherinnen und Verbraucher verwirren. Dass Begriffe wie ‚Veggie-Burger‘ oder ‚Veggie-Wurst‘ auch künftig zulässig bleiben, ist richtig. Die Entscheidung beendet hoffentlich eine Scheindebatte, die viel politische Energie verschwendet hat. „Das EU-Parlament hat bestätigt, dass Begriffe wie… Esra Limbacher zur EU-Entscheidung über Veggie-Burger weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de