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VIELE WOLLEN SICH FÜR EINEN KREISBEHINDERTENBEIRAT EINSETZEN

Veröffentlicht am 06.12.2009 in Fraktion

Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen muss auch im Westerwald zur Selbstverständlichkeit werden.
Dies war ein zukunftsweisendes Ergebnis der Kreisbereisung des rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul auf Einladung des „Forum Soziale Gerechtigkeit“. Gemeinsam mit Forumssprecher Uli Schmidt war der Mainzer Gast nach 5 Besuchsterminen und vielen Gesprächen überzeugt: Ein Kreisbehindertenbeirat kann zur Umsetzung dieser Zielvorgabe sehr hilfreich sein!

„Das ist ja ein Schmuckkästchen“ stellte Miles-Paul schon beim Betreten des „Stadtladen“ der AWO-Gemeindepsychiatrie in Höhr-Grenzhausen fest. Dieser wird als Integrationsfirma betrieben und in dem großen Landen mit Vollsortiment finden unter anderem auch 4 behinderte Menschen einen Arbeitsplatz. AWO-Bereichsleiter Otmar Schneider wies darauf hin, dieser Laden sei Teil einer Dorfladenkette mit insgesamt schon 25 Arbeitsplätzen für behinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die Kunden nehmen den im Juli 2009 neu eröffneten Laden in der Höhrer Ortsmitte gut an“, so Schneider. Leider sei es noch nicht gelungen geeignete Beschäftigte der Werkstatt für behinderte Menschen so auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

In der virtuellen Werkstatt „Viweca“ warteten Erwin Peetz als Geschäftsführer der Caritaswerkstätten Westerwald/Rhein-Lahn und „Integrationsmanager“ Roland Fleck auf die Gäste. Da „virtuell“, waren hier nicht lärmende Maschinen und Handwerkszeug zu bestaunen, sondern nur Büros in denen Beschäftigte der Behindertenwerkstätten in geeignete Arbeitsgelegenheiten integriert werden sollen. Nicht ohne Erfolg, denn es wurden bereits 7 Personen mit einem „Budget für Arbeit“ in Unternehmen in der Region vermittelt. Dazu kommen 20 auf ausgelagerten Arbeitsplätzen und 28 in Praktikumsstellen. „Unspektakulär aber hilfreich“, beurteilte der Landesbehindertenbeauftragte die noch recht neue Einrichtung in der Kreisstadt und wünschte der „Viweca“ künftig viele Vermittlungen auf den 1. Arbeitsmarkt.

„Als Seh- und Hörbehinderter bin ich ja selbst Betroffener und kenne ihre Sorgen!“ Mit diesen Worten leitete Miles-Paul ein Gespräch in der gemütlichen Küche einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen des Caritasverbandes in Montabaur ein. Die 5 jungen Bewohnerinnen und Bewohner schilderten freimütig ihre Hoffnungen und Sorgen ohne dass sie von Wohn-Abteilungsleiter Peter Roos oder WG-Betreuer Markus Stoffel dazu ermutigt werden mussten. Sie berichteten von Problem für Rollifahrer bei der Nutzung des ÖPNV, einem Job im „Cafe Vogelhaus“ am Montabaurer Konrad-Adenauer-Platz oder fehlenden Praktikumsplätzen für Arbeitssuchende mit einer Behinderung. „Wieso bekomme ich keine richtige Arbeit auf dem Bau und muss in einer Behindertenwerkstatt für 190 € arbeiten?“, fragte ein etwas frustrierter junger Mann. Miles-Paul ermunterte ihn: „Verlieren Sie ihre Träume nicht“. Bei den vielfältigen und offenen angesprochenen Problemen war eine Stunde leider zu schnell vorbei.

Die vierte Station führte die Besuchergruppe – der sich inzwischen auch MdL Harald Schweitzer angeschlossen hatte – zur Bezirksgeschäftsstelle der AOK in Montabaur. Dort ging es allerdings nicht darum, was die „Gesundheitskasse“ gegen die Krankheiten tut, sondern allein um die Barrierefreiheit des Dienstgebäudes. AOK-Geschäftsführer Edgar Holzapfel stellte bei einem Rundgang verschiedene bauliche Maßnahmen wie einen Personenaufzug und die tastbare Beschriftung der WC-Türen vor. Gelobt wurde auch, dass die AOK im Kreisgebiet noch an 7 Standorten vertreten ist und somit für mobilitätseingeschränkte Kunden eine wohnortnahe Beratung anbietet. Ottmar Miles-Paul war insbesondere von dem mit fast 13 % überaus hohen Anteil behinderter Menschen bei den Beschäftigten der AOK im Westerwald begeistert.

Zu einer abschließenden öffentlichen Informationsveranstaltung waren viele Interessenten in den großen Sitzungssaal des Kreishauses gekommen – viele davon Angehörige behinderter Menschen sowie Vertreter von Verbänden und Einrichtungen. Moderiert von Uli Schmidt entwickelte sich nach einleitenden Vorträgen des Landesbehindertenbeauftragten und von Matthias Rösch, Referatsleiter Gleichstellung und Selbstbestimmung / Barrierefreiheit im Mainzer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, zur Politik des Landes für behinderte Menschen eine ermutigende Diskussion. „Wichtig ist“, so Rösch, „dass viele behinderte Menschen im Westerwald als Experten in eigener Sache aktiv werden und sich für ihre Rechte einsetzen“. Ein Teilnehmer meinte dazu: „Wir müssen künftig mit einer Stimme reden, die behinderten Menschen und deren Angehörigen und Betreuer im Kreis müssen besser vernetzt werden um mehr zu erreichen!“ Es folgte ein vielfacher Appell zur Gründung eines Kreisbehindertenbeirates. Wichtige Themen waren daneben die Sicherstellung einer Assistenz bei Krankenhausaufenthalten, passgenaue Wohnangebote außerhalb von großen Heimen, die Integration in Schule und Kindertagesstätte sowie die Sprachförderung bei Kindern.

„Behinderte Menschen wollen genauso leben wie nichtbehinderte Menschen“. Miles-Paul rief am Schluss eines überaus erkenntnisreichen Tages im Westerwald dazu auf, die Betroffenen dabei zu unterstützen. Uli Schmidt rief abschließend für das auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion gegründete „Forum Soziale Gerechtigkeit“ dazu auf, die UN-Behindertenrechtskonvention im Westerwaldkreis umzusetzen und sagte Unterstützung dabei zu. „Wir haben heute keine Probleme gelöst, aber viele erkannt die auf eine Lösung warten“, so Schmidt.

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